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Baumwollspinnerei | Katalog der Leipziger Industriekultur

Baumwollspinnerei

Titel des Objektes:

Baumwollspinnerei

Adresse:

04179, Spinnereistraße 7

Stadtteil:

Lindenau

Industriezweig/Branche/Kategorie:

Textilindustrie / Spinnerei

Kurzcharakteristik:

Relativ gut erhaltene Bauten in rotem Klinkermauerwerk

Datierung:

1884

Objektgröße:

10 ha

Ursprüngliche Nutzung:

Baumwollspinnerei

Heutige Nutzung:

Ateliers, Galerien u.a

Bau- und Firmengeschichte:

Im Ende des 19. Jahrhunderts war es wirtschaftlich sinnvoll, Baumwollgarne nicht mehr zu importieren. 1884 wurde in Leipzig die Baumwollspinnerei gegründet. Das Gelände wurde von Karl Heine mit Anschlussgleis, Zu- und Abwasser und Telefon erworben. Innerhalb von 25 Jahren wurde die Produktion von 30000 auf 240000 Spindeln auf hohem Niveau mit eigener Stromerzeugung und Betriebsfeuerwehr gesteigert. Zur Gewinnung von Fachkräften wurden neben der Erweiterung der Produktionskapazität auch soziale Einrichtungen geschaffen: Spinnereischule, Arbeiterwohnungen, Werkskantine, Kindereinrichtungen, Badeanstalt, Schrebergärten.

Die wirtschaftlichen und politischen Bedingungen im 1. Weltkrieg und zwischen den Kriegen führten zu erheblichen Produktionsschwankungen.

Nach dem 2. Weltkrieg waren 80% Frauen beschäftigt. Das erforderte den Ausbau der Kindereinrichtungen und der Dienstleistungen. Bis zu 4000 Menschen, vorwiegend Frauen, haben bis 1989 im Drei-Schichtbetrieb unter erschwerten Bedingungen hier gearbeitet. Mit der Veränderung der Wirtschaft nach 1989 kam auch hier das Aus. Bis 2000 wurde mit 40 Arbeitskräften noch Reifenkord hergestellt.

Bereits in den 90er Jahren wurde eine alternative Nutzung entdeckt, erste Künstler zogen ein.

4 Enthusiasten kauften 2001 das Gelände. Die Bausubstanz ist wegen der klimatischen Bedingungen des Spinnereibetriebes relativ gut erhalten. Nach und nach kamen Künstler, Galerien, Dienstleister, Händler hinzu.

Der Bekanntheitsgrad wuchs, auch im Ausland, besonders durch Künstler wie Neo Rauch, die Galerien EIGEN + ART, Galerie Pierogi aus Brooklyn und die Galerie Fred aus London. Auch ein Kino, ein Café und andere Nutzungen wie ein Klavierhaus, ein Weinkontor und früher der Computerhandel „Zur 48“ tragen zur Popularisierung und Finanzierung bei. Seit 2005 gibt es die Rundgangs- Wochenenden mit weit über 10000 Besuchern. Außerhalb dieser Rundgänge werden Führungen für Gruppen und Einzelpersonen angeboten.

Quellen/Literatur/Links:

eigene Kenntnisse

http://www.spinnerei.de/

https://de.wikipedia.org/wiki/Leipziger_Baumwollspinnerei

Autor:

Helmut Sander

Bilder:

Michael Hartwich

Datum:

18.04.2016