Hanns und Römer

image_pdfimage_print

Titel des Objekts: Hanns und Römer Maschinenfabrik

Später: VEB Forschung und Rationalisierung Leipzig [FoRa] im VEB Kombinat Süßwaren Delitzsch

Adresse: Leipzig, Dreilindenstraße 4-6

Stadtteil: Lindenau

Industriezweig/Branche/Kategorie: Maschinenbau, Fabrikation von Maschinen für die Nahrungsmittelindustrie

Kurzcharakteristik: Mittelständisches Unternehmen zur Herstellung von Walzmaschinen und kompletter Produktionslinien für Süßwaren.

Datierung: gegründet 1907

Objektgröße:

Ursprüngliche Nutzung: eine Gießkannenfabrik, eine Waschanstalt, eine Buchdruckerei H. Schmidt (nicht abschließend geklärt)

Heutige Nutzung: Industriebrache/ Ruine

Bau- und Firmengeschichte: Die Firma Hanns und Römer Maschinenfabrik wurde 1907 gegründet. Eigentümer waren Arthur Hanns und E. Römer. Die Firma stellte Maschinen für die Nahrungsmittelindustrie, zur Herstellung von Bonbons bzw. Schokolade her. Eine weltbekannte Spezialität entstand durch die Entwicklung der patentierten Produktionsmaschine für „Pfeifen-Lutscher“. Dieses Patent soll immer noch weltweit genutzt werden.
Im Rahmen der Verstaatlichung privatwirtschaftlicher Betriebe nach 1972 wurde der Betrieb dem VEB Kombinat Süßwaren Delitzsch: VEB Forschung und Rationalisierung Leipzig, ein Betrieb des Rationalisierungsmittelbaues als Werksteil III zugeordnet. Die Werksräume befanden sich im Hinterhaus und die Verwaltung im Vorderhaus, Dreilindenstr. 6. Der VEB Forschung und Rationalisierung plante und setzte Rationalisierungsvorhaben der Süßwaren- und Dauerbackwarenindustrie der DDR um. Mit Wirkung vom 1. Juli 1988 wurde der Betrieb in den VEB Halloren Schokoladenfabrik Halle eingegliedert und verlor seine juristische Selbstständigkeit.
Nach 1990 wurde die Halloren Schokoladenfabrik privatisiert, wann Firmenteil Rationalisierungsbau geschlossen wurde, ist derzeit nicht bekannt. Seitdem verfallen das Gelände und die Gebäude. Das Vorderhaus ist abgerissen worden und das Hofgebäude ist dem Verfall preisgegeben.

Objektbeschreibung: Das Gelände ist ca. 180 m lang und knapp 40 m breit. An der Nordseite liegt es an der Dreilindenstraße, an der Südseite schließt es an die Bebauung der Lützner Straße an. An den beiden anderen Seiten gab es dichte Bebauung. Derzeit ist auch das östliche Baufeld brach liegend. Es wird teilweise als Parkplatz und als Kinderspielplatz genutzt. Die sogenannte Boxerhalle (warum der Name?) sollte zu einer Gaststätte, Café oder Kneipe ausgebaut werden. Dafür ist das Dach saniert worden. Das Projekt ist abgebrochen worden.

Quellen/Literatur/Links:

Autor: Frank Heyme

Datum: 19.02.2020

Abbildungen: