Körting & Mathiesen

Firmenbezeichnung:
Körting & Mathiesen AG Leipzig-Leutzsch

Adresse:
Franz-Flemming-Straße 45, 04179 Leipzig

Stadtteil:
Leutzsch

Industriezweig/Branche:
Leuchtenbau / Elektrotechnik

Kurzcharakteristik:
Verwaltungsgebäude

Datierung:
1897, Umbau und Erweiterung 1911-12

Objektgröße:
ca. 150 x 900 m

Ursprüngliche Nutzung:
Büro- und Produktionsgebäude

Heutige Nutzung:
Bürogebäude, größtenteils aber leer stehend

Bau- und Firmengeschichte:
Die Firma Körting & Mathiesen wurde am 01.08.1889 von Max Körting und Wilhelm Mathiesen als OHG für elektrotechnische Anlagen gegründet. Der 1. Firmensitz befand sich in Leipzig-Reudnitz (Inselstraße 14/16), später Umzug in die Blumengasse 1 (heute Scherlstraße).
Die Firma produzierte vorrangig Bogenlampen, die ein helles und blendfreies künstliches Licht erzeugten und zu Beginn vor allem als Beleuchtung von Industriebetrieben Verwendung fanden. Unter der Produktbezeichnung KANDEM wurden sie weltweit sehr erfolgreich vertrieben und später als „Excello“-Bogenlampen auch in der Stadtbeleuchtung z.B. von Halle/Saale eingesetzt.
Aufgrund des großen Erfolges benötigte man bald größere Produktionsstätten und baute 1893/94 die erste eigene Firma in Leipzig-Leutzsch am heutigen Standort (Franz-Flemming-Straße, Grundstücksgröße ca. 2.600 m2). Die Produktion wurde auf halbautomatische Fertigung umgestellt (2.300 Lampen/Jahr). Weiterer Anstieg der Produktion auf ca. 23.000 Lampen/Jahr, Anschluss an die Preußische Staatsbahn und rege Bautätigkeit folgten (u.a. 1906 Erwerb des Nachbargrundstückes mit ca. 63.000 m2, 1907 Errichtung eines Güterverladeschuppens). Ergänzung der Produktpalette um Stromzähler und Scheinwerfer (u.a. für die Marine).
1928 begann die Kooperation mit dem Bauhaus Dessau. Sehr erfolgreich wurde z.B. eine Schreibtischlampe von Marianne Brandt und Hin Bredendieck hergestellt.
Tipp: Originallampen der Firma Körting & Mathiesen sind in der Dauerausstellung im Museum für Angewandte Kunst (Grassi-Museum) zu sehen.
Die Produktion von Lampen und Scheinwerfern wurde unter Schwierigkeiten auch während der Weltwirtschaftskrise und im 2. Weltkrieg aufrecht erhalten. Ende 1945-1948 wurden große Teile der Fabrik als Reparationsleistungen abgebaut. Fortführung der Firma später als VEB Leuchtenbau Leipzig . Große Teile der Fabrikgebäude wurden erst nach 1998 abgebrochen.

Objektbeschreibung:
Zu sehen ist das sanierte, ehemalige Verwaltungsgebäude, welches bis auf das Jahr 1897 zurückgeht. Die heutige Gestalt und Größe sind vom Umbau bzw. den Erweiterungen 1911-12 geprägt.
Der viergeschossige Bau mit zwei Tordurchfahrten und reichem Fassadenschmuck nimmt dabei elegant den Straßenverlauf auf.
Die ehemals auf den dahinterliegenden Grundstücken vorhandenen Werksanlagen (inklusive Turm für die Scheinwerfertestung) wurden abgerissen.

Quellen/Literatur/Links:
U. Krüger/G. Leech-Anspach: Der Leipziger Unternehmer Max Körting und sein Werk, Sax-Verlag Beucha, 2007
Leipziger Blätter 41, Herbst 1999, Seite 35-37
U. Müller: Bauhaus-Frauen, Elisabeth Sandmann Verlag GmbH, München, 2009

Autor/in:
Christine Scheel

Datum:
Februar 2014

Abbildungen:
Christine Scheel – Januar 2014