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Messehaus Handelshof | Katalog der Leipziger Industriekultur

Messehaus Handelshof

Titel des Objekts: Handelshof (ehemaliges Messehaus)

Adresse: Salzgäßchen 6, 04109 Leipzig

Stadtteil: Leipzig Mitte (Innenstadt)

Industriezweig/Branche/Kategorie:

ehemals: Handel/Messewesen, Gastronomie
Zwischennutzung: Kultur/Kunst
heute: Hotel/Gastronomie, Handel/Einzelhandel, Büro

Kurzcharakteristik: Der Handelshof wurde als funktionales Gebäude der Mustermesse errichtet. Er entstand als zweites Mustermessehaus Leipzigs. Von 1998 bis 2004 diente er als Interimsstätte für das „Museum der bildenden Künste zu Leipzig“. Gegenwärtig empfängt in ihm das Steigenberger Grandhotel Handelshof Leipzig seine Gäste, im Erdgeschoss befinden sich Geschäfte des Einzelhandels.

Datierung (Bauzeit): 1908–1909

Objektgröße: Grundfläche (Bauzeit): 4.368 m²

Ursprüngliche Nutzung: Der Handelshof wurde ab der Leipziger Herbstmesse 1909 als Funktionalgebäude für die Mustermesse genutzt. Auf einer Ausstellungsfläche von 9.000 m2 gingen Aussteller und Einkäufer ihren Messegeschäften nach. Ein Bereich oblag der gastronomischen Nutzung. Nach Nutzungsunterbrechung durch Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg diente er ab der Leipziger Frühjahrsmesse 1947 bis 1991 wieder Messezwecken, zu einem kleinen Teil gastronomischer Nutzung. Von April 1998 bis 2004 befand sich im Gebäude das Interimsquartier für das „Museum der bildenden Künste zu Leipzig“.

Heutige Nutzung: Hauptnutzung durch das Steigenberger Grandhotel Handelshof Leipzig mit 163 Zimmern, 13 Suiten, einer Präsidentensuite, Veranstaltungsräumen, einem Restaurant, einer Bar und einem SPA- & Wellnessbereich; Einzelhandel- und Büroflächen

Bau- und Firmengeschichte: In Vorbereitung des Handelshofbaus wurde 1907 der 350 Jahre alte sogenannte Burgkeller-Block abgebrochen. Dabei handelte es sich um ein vollständiges historisches Altstadtgeviert mit 13 Gebäuden. Dem folgte ab 1908 die Errichtung des zweiten Mustermessehauses der Stadt Leipzig nach Entwürfen der Architekten Georg Weidenbach und Richard Tschammer. Zur Herbstmesse 1909 wurde das Gebäude erstmals für Messezwecke genutzt und war mit 9.000 m² Ausstellungsfläche fortan der drittgrößte Messebau der Leipziger Innenstadt. Der Handelshof wurde durch die alliierten Bombenangriffe auf Leipzig 1943/44 zerstört. Das ausgebrannte Gebäude konnte nach provisorischer Instandsetzung zur Leipziger Frühjahrsmesse 1947 wieder für den Messebetrieb genutzt werden. Das Messehaus war hauptsächlich Ausstellungsort von Textilien und Haushaltsgeräten, nach dem Zweiten Weltkrieg kam Rundfunk- und Fernsehtechnik hinzu. Ab 1998 überließ die Leipziger Messe den Handelshof dem „Museum der bildenden Künste zu Leipzig“ als Interim. Diese Nutzung endete 2004 mit der Fertigstellung des Bildermuseums am Sachsenplatz. Es folgte im Sommer 2005 der Verkauf des Handelshofes durch die Leipziger Messe an ein Joint Venture aus der Leipziger Stadtbau AG und dem britischen Investor Patron Capital. Das Handelshof-Ensemble wurde von 2007 bis 2011 denkmalgerecht saniert. Nach Besitzerwechsel eröffnete 2011 unter Beibehaltung des einstigen Mustermessehausnamens das Steigenberger Grandhotel Handelshof Leipzig.

Objektbeschreibung: Der Handelshof ist ein fünfgeschossiger Gebäudekomplex mit zwei Innenhöfen. Er befindet sich in zentraler Lage der historischen Innenstadt Leipzigs und wird umschlossen vom Salzgäßchen, der Reichsstraße, der Grimmaischen Straße und dem Naschmarkt. In unmittelbarer Nähe befinden sich das Alte Rathaus, der Leipziger Markt und die Alte Handelsbörse. Das in Stahlbetonbauweise errichtete Gebäude zählt zu den richtungsweisenden Bauwerken seiner Zeit. Plastischer Schmuck, Vor- und Rücklagen gliedern die Straßenfassaden des Handelshofs. Mehrgeschossige Runderker erinnern an die Leipziger Renaissancetradition.

Quellen/Literatur/Links:

Autor: Frauke Gränitz

Datum: 23.05.2018