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Messehaus Hansahaus | Katalog der Leipziger Industriekultur

Messehaus Hansahaus

Titel des Objekts: Hansahaus (ehemaliges Messehaus)

Adresse: Grimmaische Straße 13–15, 04109 Leipzig

Stadtteil: Leipzig Mitte (Innenstadt)

Industriezweig/Branche/Kategorie:

ehemals: Handel/Messewesen, Gastronomie, Dienstleistungen/Handwerk
heute: Handel/Einzelhandel, Büro

Kurzcharakteristik: Das heutige Geschäftshaus Hansahaus wurde in Zusammenhang mit dem Umbau von Specks Hof in den 1990er-Jahren nach historischem Vorbild neu errichtet. Seine Einweihung erfolgte im Juni 1997. Der gleichnamige Vorgängerbau diente nach seinem von 1904 bis 1906 erfolgtem Umbau als Messepalast der Mustermesse. Namengebend war ein überdimensionaler, bis 1928 den Vorgängerbau zierender Seefahrerkopf. Die Glasüberdachung des Innenhofs galt aufgrund ihrer Größe als bautechnische Neuheit. Als Kopie errichtet wurde der 600 m² große denkmalgeschützte Innenhof des heutigen Hansahauses mit seiner originalgetreu nachgebauten Oberlichtkonstruktion.

Datierung (Bauzeit): Messehaus Hansahaus 1904–1906, Neubau Hansahaus 1993–1997

Objektgröße: bis 1997 umgebaute Fläche ca. 6.000 m²

Ursprüngliche Nutzung: Der Vorgängerbau des heutigen Hansahauses wurde als Messehaus der Mustermesse genutzt. Neben den Ausstellungsflächen befanden sich mit Erfrischungsraum, Schreibzimmer, Leseraum und Friseur Servicereinrichtungen für die Messeteilnehmer im Gebäude. Nach Nutzungsunterbrechung durch Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg diente das Hansahaus von 1950 bis 1963 als Messehaus für die Buchbranche. Ab 1970 wurden die Räumlichkeiten für Verhandlungen des Ministeriums für Außenwirtschaft der DDR genutzt.

Heutige Nutzung: Geschäftshaus mit Büros und Geschäften des Einzelhandels

Bau- und Firmengeschichte: Von 1904 bis 1906 errichteten die Architekten Polster und Höhn aus einem Vorgängerbau das Messehaus Hansahaus. Ein großer steinerner Seefahrerkopf am Fassadengiebel gab ihm seinen Namen. 1909 erhielt das Gebäude eine Passagenverbindung zum Messehaus Specks Hof. 1928 wurde das Hansahaus durch einen Neubau auf einem Nachbargrundstück erweitert und erhielt gleichzeitig eine neue Fassade. In diesem Zuge verschwand auch sein plastischer Namensgeber. Das Messehaus wurde durch einen alliierten Bombenangriff auf Leipzig im Dezember 1943 beschädigt, das Vorderhaus brannte nieder, nur der Innenhof blieb erhalten, die Dachaufbauten wurden stark beschädigt. Nach notdürftiger Instandsetzung zog ab 1950 mit der Buchbranche wieder Messebetrieb in das Gebäude ein. Mit der Gebäuderekonstruktion 1958/59 erhielt das Hansahaus eine neue Fassade. 1981/82 erfolgte die Passagensanierung. Nach dem Gebäudeverkauf durch die Leipziger Messe 1992 wurde das Hansahaus abgerissen. In Zusammenhang mit dem Umbau von Specks Hof wurde in Anlehnung an die historische Tradition der Vorgängerbauten von 1993 bis 1997 ein neues Gebäude mit dem Namen Hansahaus errichtet. Der glasüberdachte Innenhof wurde als Kopie des vormaligen Zustands wiederhergestellt. Er ist gegenwärtig ein touristischer Anziehungspunkt des als Geschäftshaus genutzten Hansahauses.

Objektbeschreibung: Das Hansahaus besteht aus einem Untergeschoss, sechs Büroetagen und einer Passage im Erdgeschoss. Die Stahl-/Glaskonstruktion weisen es als transparenten Bau aus. Das mit Glasdach versehene mittlere Portal des Gebäudes führt in den mit einer Stahl-/Glaskonstruktion überdachten 600 m² großen, weiß-grün-gekachelten Lichthof. Steinerne Merkurköpfe weisen als Symbole des Handels über den im Jugendstil gestalteten Türen auf die Handelstradition hin. Im Zentrum des Hansahaus-Innenhofes, den eine Passage mit Specks Hof verbindet, befindet sich ein Klangbrunnen, der einer chinesischen Klangschale aus der Ming-Dynastie nachempfunden wurde.

Quellen/Literatur/Links:

Autor: Frauke Gränitz

Datum: 23.05.2018