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Schaubühne Lindenfels | Katalog der Leipziger Industriekultur

Schaubühne Lindenfels

Objekt: Schaubühne Lindenfels

  • früher: Gaststätte, Gesellschaftshaus, Ballsaal
  • DDR: Lichtspieltheater Lindenfels
  • heute: Schaubühne Lindenfels

Adresse: Karl-Heine-Str. 50, 04229 Leipzig

Stadtteil: Lindenau

Industriezweig/Branche/Kategorie: Veranstaltungsstätte, Blechverarbeitung

Datierung: 1874

Objektgröße: ca. 1800 m²

Bau- und Firmengeschichte: 1874 errichtete der Leipziger Maurer Carl Schmidt in der Leipziger Straße (seit 1893 Karl-Heine-Straße) Ecke Hermannstraße (seit 1907 Hähnelstraße) eine Gastwirtschaft, später noch eine Gesellschaftshalle mit einem prunkvollen Ballsaal. Nach mehreren Besitzerwechseln übernahm am 1.4.1899 Max Nohke das Grundstück. Er beauftragte den Gründerzeit-Architekten Emil Franz Hänsel die Gesellschaftshalle erheblich zu erweitern und außerdem einen zweigeschossigen Kleinen Saal auf dem Gelände des ehemaligen Concertgartens in der Hermannstraße anzubauen (der heutige Lindenfels Westflügel). Dieser als eigenständiger Veranstaltungsort konzipierte Bau mit seinem acht Meter hohen Kuppelhimmel konnte bei Bedarf mittels handbetätigter Zahnradwellen verschiebbarer Jalousie-Wände mit dem Saal der alten Gesellschaftshalle verbunden werden. Teile dieser Konstruktion sind noch heute vorhanden. Am 23. September 1900 eröffnet schließlich der Ballhauskomplex Gesellschaftshalle zu Lindenau in der Karl-Heine-Straße 50. Die Gebäudeteile enthalten zahlreiche von Hänsel entworfene Jugendstilelemente. Auch Nohke konnte das Grundstück nicht halten. Es erfolgten weitere Eigentümerwechsel. In diesem Zusammenhang begannen neben Bällen und Concerten 1906 Kino- und „theatralische“ Veranstaltungen. Im Zuge weiterer Eigentümerwechsel erfolgte 1939 eine Teilung. In diesem Zusammenhang wurde der Kleine Saal an die benachbarte Ofenrohr- und Blechwarenfabrik Fröhlich verpachtet. Es erfolgten weitere Umbauten. Die Produktion endete erst 1975. Dann blieb der heute als „Lindenfels Westflügel“ bezeichnete Teil 20 Jahre leer stehen. Die Jugendstilelemente konnten jedoch erhalten werden.
Im anderen Teil des Gebäudekomplexes ging der Kinobetrieb weiter. Es hieß ab 1949 als volkseigener Betrieb „Lichtspieltheater Lindenfels“, 1956 erfolgte eine Sanierung. Nach einer Heizkesselhavarie wurde der Betrieb 1987 eingestellt.
Nach einer ersten Teilsanierung wurde das Gebäude mit Theater- und Filmvorführungen 1994 wiedereröffnet. In der Folgezeit engagierten sich namhafte Künstler und Vereine. Problematisch war auch jetzt wieder die Finanzierung. 2005 wurde eine gemeinnützige Aktiengesellschaft (gAG) gegründet. 2003 hat sich das Figurentheater Wilde & Vogel im Westflügel eingerichtet. 2009 wurde das gewerblich betriebene Kino durch ein nicht gewerbliches Kino mit deutlich reduziertem Programm ersetzt. Die Nora Roman GmbH & Co. KG als Mieter beteiligte sich an der Programmvielfalt der Schaubühne. Sie war verantwortlich für Gastronomie, Musik- und Literaturveranstaltungen.
Nach einem Insolvenzverfahren 2011 wurde das Restaurant von der Schaubühne Lindenfels gGmbH betrieben. Im August 2015 erfolgte eine umfangreiche Sanierung. Heute ist die Schaubühne Lindenfels eine Leipziger Kulturinstitution mit einem interdisziplinären Gesamtkonzept. Initial und Motiv der Arbeit ist die Produktion und Präsentation von professionellem Theater unterschiedlicher Genres, Sparten und Formate in- und außerhalb des eigenen Theaterhauses. Wichtige Arbeitsfelder neben Theater/Tanz/Performance und Filmkunst sind Musik, Literatur und bildende Künste. Rechtsträger und Eigentümer des Gebäudes ist die gemeinnützige Schaubühne Lindenfels Aktiengesellschaft.
Die Schaubühne ist auch Initiator von Veranstaltungen im Wohngebiet, z.B. das Straßenfest auf der Karl-Heine-Straße. Im April 2018 wurde eine durch Crowdfunding finanzierte Leinwand-Spezialkonstruktion eingeweiht.

Objektbeschreibung: Weitgehend sanierter Ziegelbau mit einer vielseitigen Innenarchitektur.

Quellen/Literatur/Links:

Autor: Helmut Sander

Datum: 02.06.2018

Abbildungen: