Straßenbahnhof Möckern

Titel des Objekts: Straßenbahnhof Möckern

Adresse: Georg-Schumann-Straße 244, 04158 Leipzig

Stadtteil: Möckern

Industriezweig/Branche/Kategorie: Betriebshof der Straßenbahn

Kurzcharakteristik: Die Große Leipziger Straßenbahn (GLSt) errichtete 1907 an der Georg-Schumann-Straße ein neues Depot, das 1972 bei einem Großbrand zerstört wurde. Danach begann bis 1976 der Wiederaufbau. Im Mai 1996 wurde der Straßenbahnhof dann geschlossen und neues Domizil für die historischen Straßenbahnen. Seit 20 Jahren befindet sich hier ein Straßenbahnmuseum.

Datierung: 1907, 1976

Objektgröße: 2750 m²

Ursprüngliche Nutzung: Straßenbahnhof für Linienfahrzeuge

Heutige Nutzung: Museum für Straßenbahnen, Omnibusse, Obusse und Taxen

Bau- und Firmengeschichte: Der Straßenbahnhof Möckern liegt im Ortsteil Möckern, nordwestlich der Stadt, an der Georg-Schumann-Straße und wurde im Jahr 1907 eröffnet. Die Große Leipziger Straßenbahn (GLSt) errichtete mit Eröffnung am 01. Juli 1907 die „Wagenhalle I“ mit 56 Metern Länge und vier Gleisen. Zwei Gleise erhielten eine Ausfahrt zur Hallischen Straße (heute Georg-Schumann-Straße) und zwei waren Stumpfleise, die über eine Schiebebühne erreichbar waren. An der Georg-Schumann-Straße wurde 1907 ein Wohnhaus für sieben Straßenbahnfahrerfamilien von der GLSt gebaut. Im Jahr 1909 erfolgte der Bau der „Wagenhalle II“ mit 60 Metern Länge und vier Gleisen. Erneut gab es zwei Stumpfgleise, erreichbar über eine Schiebebühne, und zwei Ausfahrten. Ein Jahr später wurde ein Stumpfgleis zum Ausfahrtsgleis umgebaut. Im selben Jahr kam ein Dienstgebäude dazu. 1924 wurden dann die Schiebebühne entfernt und die Gleise mit Weichen verbunden.
Ein Großbrand zerstörte am 19. März 1972 den kompletten Betriebshof. Noch im selben Jahr, am 15. Oktober, konnte eine Freiabstellanlage mit sieben Gleisen genutzt werden. Die Betriebswerkstatt für Möckern war im Straßenbahnhof Schkeuditz stationiert. Um Ende 1976 wurde eine freitragende Wagenhalle über die Gleise errichtet. Das Gleis 4 erhielt eine Arbeitsgrube mit 45-Metern-Länge, damit konnten dann auch die Tatragroßzüge (Drei-Wagen-Zug) instandgesetzt werden. Die neue Werkstatt folgte erst im Mai 1986.
Am 31. Mai 1996 wurde der Straßenbahnhof Möckern für Linienwagen geschlossen. Neun Tage später wurde der Betriebshof dem Verein „AG Historische Nahverkehrsmittel Leipzig e.V.“ übergeben, der sich der Erhaltung und Pflege der historischen Straßenbahnen widmet. Bisher waren diese Fahrzeuge in verschiedenen LVB-Betriebshöfen beheimatet. Nun konnte erstmals am 17. Mai 1998 mit Eröffnung des „Historischen Straßenbahnhof Leipzig-Möckern“ eine Vielzahl der Historischen der Öffentlichkeit gezeigt werden. Jedoch war Möckern nur eine Zwischenstation, bis ein neues und endgültiges Domizil gefunden wurde. Dies wird nun ab Mai 2018 soweit sein, wenn das Straßenbahnmuseum im Betriebshof Wittenberger Straße (Eutritzsch) seine neuen Tore öffnet.

Objektbeschreibung: Der Straßenbahnhof befindet sich an der Georg-Schumann-Straße, Slevogtstraße, Blücherstraße und Elli-Voigt-Straße im Rahmen einer halben Blockrandbebauung. Um diesen Block führt eine Straßenbahnwendeschleife. Direkt an der Georg-Schumann-Straße befinden sich die Ein- und Ausfahrten auf die Abstellanlage; die Rückwand an der Blücherstraße. Die Abstellanlage hat sieben Gleise und eine freitragende Halle mit blauen Stahlmasten- und -trägern sowie einem Satteldach. Auf den Gleisen 6 und 7 befindet sich die Restaurierungswerkstatt. Der Zugang ins Museum ist mit einem Tor versperrt.

Quellen/Literatur/Links:
– Buch „Vom Zweispänner zur Stadtbahn“, 1996
– Buch „Von Stadtbahn und Bus“, 2007
– Leipziger Stadtverkehr www.bimmelbus-leipzig.de

Autor/in: Dave Tarassow

Datum: 12.02.2018

Abbildungen: Dave Tarassow, Januar 2018