Straßenbahnhof Paunsdorf

Titel des Objekts: Straßenbahnhof Paunsdorf

Adresse: Riesaer Straße, 04319 Leipzig

Stadtteil: Paunsdorf

Industriezweig/Branche/Kategorie: Betriebshof der Straßenbahn

Kurzcharakteristik: Die Leipziger Elektrische Straßenbahn (LESt) errichtete 1913 an der Riesaer Straße ein neues Depot, das in den folgenden Jahren viele Erweiterungen erfuhr. Zwei große Wagenhallen mit Betriebswerkstatt und einer Freiabstellanlage gehören dazu. Als Pendant zum Straßenbahnhof Angerbrücke ist Paunsdorf der Straßenbahnhof im Leipziger Osten.

Datierung: 1913

Objektgröße: 23.600 m²

Ursprüngliche Nutzung: Straßenbahnhof für Linienfahrzeuge

Heutige Nutzung: Abstellanlage von Straßenbahnen / nebenan Abstellanlage von Omnibussen

Bau- und Firmengeschichte: Der Straßenbahnhof Paunsdorf liegt im Ortsteil Paunsdorf, östlich der Stadt, an der Riesaer Straße und wurde 1913 eröffnet. Die Leipziger Elektrische Straßenbahn (LESt) nahm am 01. Juni 1913 die „Wagenhalle I“ mit sechs Gleisen in Betrieb. Am 23. Juni 1920 brannte die Halle durch ein Großfeuer nieder, auch 55 Straßenbahnwagen wurden zerstört. Anfang 1921 begann der Wiederaufbau, der am 01. Oktober 1924 mit einer neuen Wagenhalle eröffnet wurde. 1924 erfolgte der Einbau eines Gleisdreiecks. Am 11. Oktober 1925 wurde die Wendeschleife um das Verwaltungsgebäude in Betrieb genommen, in dem sich auch Dienstwohnungen befanden. Ein Jahr später, am 09. Juni, wurde dann die neue „Wagenhalle II“ als Stahlbetonhalle mit zehn Gleisen und zwei Freiabstellgleisen abgenommen und erhielt zur benachbarten „Wagenhalle I“ einen Verbindungsbau mit Werkstatt- und Sozialräumen. Im Jahr 1965 erfolgte in der zweiten Wagenhalle die Errichtung einer Betriebswerkstatt. Mit dem Straßenbahnhofausbau ging es 1977 weiter. Am 16. Dezember desselben Jahres erfolgte die Inbetriebnahme eines Umfahrungsgleises zum einen von zwei übrig gebliebenen Freiabstellgleisen. 1978 kamen zwei Umfahrungsgleise und vier Freiabstellgleise hinzu. Neun weitere Freiabstellgleise folgten 1987. Der Betriebshof wurde im März 1992 der erste, der die modernisierten Tatrawagen (T4D-M / B4D-M) stationierte. Im Verwaltungsgebäude befanden sich von 1965 bis Mitte der 2000er Jahre die Unterrichtsräume der Fahrschule, auch die Fahrschulwagen waren und sind hier abgestellt. In den 1990er Jahren war es geplant, den Straßenbahnhof ein drittes Mal zu erweitern, an der Stelle der heutigen Wendestelle für die Omnibusse. Er sollte mit Schließung des Straßenbahnhofs Reudnitz die dortigen Fahrzeuge aufnehmen, die dann in der Betriebswerkstatt gewartet würden. Zum Straßenbahnhof Angerbrücke in Lindenau (westlich der Stadt) wäre er das Gegenstück gewesen. Um nun für die nächsten Jahre zeitgemäß zu sein und die Voraussetzungen der Berufsgenossenschaft zu erfüllen, wurden Teile des Betriebshofs im Jahr 2016 modernisiert. Dies fällt auch daraufhin zurück, dass das Technische Zentrum Heiterblick nicht wie geplant in Betrieb genommen werden konnte. Damit wäre Paunsdorf dann geschlossen worden. Dies wird wohl nun spätestens 2030 der Fall sein. 2017 wurde das Verwaltungsgebäude an der Riesaer Straße abgerissen. Zudem stehen Überlegungen an, in Zukunft hier einen zweiten Bushof in Betrieb zu nehmen, der wiederum als Gegenstück zum Bushof Lindenau dient.

Objektbeschreibung: Zwischen einer Wohnbebauung, einer Kleingartenanlage an der Döllingstraße und Riesaer Straße befindet sich der Straßenbahnhof mit zwei großen Wagenhallen in Stahlbetonbauweise, Betriebswerkstatt und Freiabstellanlage. Auf der Ostseite des Depots ist zudem eine Freiabstellanlage für Omnibusse eingerichtet. Der Betriebshof ist komplett eingezäunt.

Quellen/Literatur/Links:
– Buch „Vom Zweispänner zur Stadtbahn“, 1996
– Buch „Von Stadtbahn und Bus“, 2007
– Leipziger Stadtverkehr www.bimmelbus-leipzig.de

Autor/in: Dave Tarassow

Datum: 12.02.2018

Abbildungen: Dave Tarassow, Mai 2010