Messehaus Specks Hof

Titel des Objekts: Specks Hof (ehemaliges Messehaus)

Adresse aktuell: Reichsstraße 4, 04109 Leipzig

Stadtteil: Leipzig Mitte (Innenstadt)

Industriezweig/Branche/Kategorie:

ehemals: Handel/Messewesen
heute: Handel/Einzelhandel, Dienstleistungen, Büro, Gastronomie

Kurzcharakteristik: Specks Hof wurde ab 1908 als Funktionalgebäude der Mustermesse in mehreren Etappen errichtet. Das 82 m lange Gebäude erstreckt sich entlang des Schuhmachergäßchens, begrenzt durch die Nikolai- und die Reichsstraße. Das heutige Geschäftshaus umfasst die älteste erhaltene Ladenpassage in Leipzig.

Datierung (Bauzeit):

  • 1. Bauabschnitt: 1908/09
  • 2. Bauabschnitt: 1911/12
  • 3. Bauabschnitt: 1928/29

Objektgröße (Bauzeit):

  • 1909 Ausstellungsfläche 5.000 m²
  • 1929 Ausstellungsfläche 10.000 m²

Ursprüngliche Nutzung: Specks Hof wurde 1909 als Mustermessehaus eröffnet. Auf einer Ausstellungsfläche von 5.000 m², die sich mit dem Erweiterungsbau 1929 auf 10.000 m² vergrößerte, gingen Aussteller und Einkäufer ab der Herbstmesse 1909 ihren Messegeschäften nach. Trotz Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg diente Specks Hof von der 1. Leipziger Friedensmesse 1946 an bis 1990 Messezwecken.

Heutige Nutzung: Geschäftshaus mit Büros und Geschäften des Einzelhandels, Dienstleistungsunternehmen, Gastronomie

Bau- und Firmengeschichte: 1908 erwarben der Kaufmann Paul Schmutzler und der Architekt Emil Franz Hänsel Specks Hof von den Nachfahren des Händlers und Kunstsammlers Maximilian Speck von Sternburg. Das Gebäude Specks Hof wurde abgebrochen. Ab 1908/09 entstand der Neubau des gleichnamigen Messehauses, der durch eine Passage mit dem Messehaus Hansahaus verbunden wurde. Nach dem ersten Bauabschnitt wurde der neue Specks Hof zur Herbstmesse 1909 mit einer Ausstellungsfläche von 5.000 m² und 300 Ausstellern eröffnet. Aufgrund der großen Nachfrage wurde ein Erweiterungsbau angestoßen, der bis1912 abgeschlossen war. Zur Herbstmesse 1912 bot Specks Hof rund 9.000 m² Ausstellungsfläche, 200 Ausstellungskojen und 800 offene Stände, er galt als Messepalast der Sonderklasse. Nach den Erweiterungsbauten 1928/29 war Specks Hof in Verbindung mit dem Hansahaus das größtes Mustermessehaus. Seine Ausstellungsfläche betrug 10.000 m2. Specks Hof wurde durch den alliierten Bombenangriff auf Leipzig im Dezember 1943 stark beschädigt. Nach provisorischer Instandsetzung fanden sich die Aussteller zur 1. Leipziger Friedensmesse und zu den folgenden Messen wieder in dem Messehaus ein. Parallel dauerte der Wiederaufbau von Specks Hof von 1947 bis 1980 an. Hauptaussteller wurden die Branchen Leder-, Galanteriewaren und Schmuck. Bis 1990 wurde Specks Hof für Messezwecke genutzt. Im Januar 1991 ging das Gebäude von der Erbengemeinschaft Paul Schmutzler an die Grundstücksgesellschaft Specks Hof Leipzig GbR über. Im Zeitraum von 1993 bis 1995 wurde der Komplex nach umfangreichen Sanierungsarbeiten restauriert.

Objektbeschreibung: Specks Hof ist ein sechsgeschossiges Geschäftshaus. Prachtvoll erscheint die Fassade mit Kolossalpilastern, Erkern und der Balustrade. Die Wände der drei glasbedachten Lichthöfe schmücken zahlreiche Kunstwerke. Dazu gehört im ersten Lichthof der Freskenfries von Bruno Griesel über das „Werden und Vergehen“. Die Geschichte der Leipziger Messe ist im zweiten Lichthof durch Moritz Götze bildlich dargestellt. Johannes Grützke gestaltete im dritten Lichthof ironisch die Themen Konsum und Wegwerfgesellschaft. Künstlerische Ausgestaltungen zeigen zudem die Tonnengewölbe über den Passagen und der Durchgang zum Hansahaus.

Quellen/Literatur/Links:

Autor: Frauke Gränitz

Datum: 23.05.2018




Messehaus Messehof

Titel des Objekts: Messehof (ehemaliges Messehaus)

Adresse: Petersstraße 15 / Neumarkt 16–18, 04109 Leipzig

Stadtteil: Leipzig Mitte (Innenstadt)

Industriezweig/Branche/Kategorie:

ehemals: Handel/Messewesen
heute: Handel/Einzelhandel, Büro, Sport/Fitness, Gastronomie, Gesundheitswesen

Kurzcharakteristik: Der Messehof wurde als erstes Messehaus nach 1945 von Grund auf neu errichtet. Über eine Passage verbindet er die Petersstraße mit dem Neumarkt. Ab der Leipziger Herbstmesse 1950 wurde er für Messezwecke genutzt. Im Jahr 2000 wurde das Messehaus von der Leipziger Messe veräußert. Nach Umbau und Sanierung befinden sich in dem Büro- und Geschäftshaus eine Einzelhandelsmeile, kleine Gastronomieeinrichtungen, Büroflächen sowie ein Fitnesscenter.

Datierung (Bauzeit): 1949/1950, Neubau Passage 2004–2006

Objektgröße: Gegenwärtige Nutzfläche: ca. 11.600 m²

Ursprüngliche Nutzung: Der Messehof wurde ab der Leipziger Herbstmesse 1950 für die Leipziger Konsumgütermesse genutzt. Er bot 8.000 m² Ausstellungsfläche für die Nahrungs- und Genussmittelbranche.

Heutige Nutzung: Shoppingmeile mit kleinen gastronomischen Einrichtungen und Läden des Einzelhandels, Standort eines Fitnesscenters, Büroflächen, Arztpraxen

Bau- und Firmengeschichte: Auf den Grundstücken von „Hohmanns Hof“ und „Zeißighaus“ wurde der Messehof nach Plänen des Architekten Eberhard Werner in den Jahren 1949/50 errichtet. Er war das erste neu gebaute Leipziger Messehaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Ab der Herbstmesse 1950 diente er den Ausstellern der Nahrungs- und Genussmittelbranche zur Präsentation ihrer Waren. Die zum Messehof gehörende Passage zum Neumarkt wurde mit der Königshauspassage, der Mädlerpassage und schließlich mit dem Durchgang des Messehauses am Markt zu einem Passagensystem verbunden. Nach seiner Veräußerung durch die Leipziger Messe im Jahr 2000 wurde der Messehof 2007 umfassend saniert und seiner aktuellen Nutzung übergeben.

Objektbeschreibung: Der Messehof ist ein sechsgeschossiger Gebäudekomplex aus zwei Rechteckbauten in Blockrandbebauung mit einem eindrucksvollen Passagensystem, dass die Messehofpassage mit der Königshauspassage, der Mädlerpassage und dem Durchgang Messehaus am Markt verbindet. Den Messehof kennzeichnen eine Kalksteinfassade, kräftige Gesimse sowie an der Petersstraße einen risalitartigen Vorbau aus Glas. Die 110 m lange, vom Neumarkt zur Petersstraße führende Messehofpassage ist an der Seite der Petersstraße hallenartig erweitert. Hier befindet sich eine aus hellem Juramarmor bestehende sogenannte Pilzsäule, die als Aufbewahrungsort der Hausgründungsurkunde dient.

Quellen/Literatur/Links:

Autor: Frauke Gränitz

Datum: 23.05.2018




Messehaus Hansahaus

Titel des Objekts: Hansahaus (ehemaliges Messehaus)

Adresse: Grimmaische Straße 13–15, 04109 Leipzig

Stadtteil: Leipzig Mitte (Innenstadt)

Industriezweig/Branche/Kategorie:

ehemals: Handel/Messewesen, Gastronomie, Dienstleistungen/Handwerk
heute: Handel/Einzelhandel, Büro

Kurzcharakteristik: Das heutige Geschäftshaus Hansahaus wurde in Zusammenhang mit dem Umbau von Specks Hof in den 1990er-Jahren nach historischem Vorbild neu errichtet. Seine Einweihung erfolgte im Juni 1997. Der gleichnamige Vorgängerbau diente nach seinem von 1904 bis 1906 erfolgtem Umbau als Messepalast der Mustermesse. Namengebend war ein überdimensionaler, bis 1928 den Vorgängerbau zierender Seefahrerkopf. Die Glasüberdachung des Innenhofs galt aufgrund ihrer Größe als bautechnische Neuheit. Als Kopie errichtet wurde der 600 m² große denkmalgeschützte Innenhof des heutigen Hansahauses mit seiner originalgetreu nachgebauten Oberlichtkonstruktion.

Datierung (Bauzeit): Messehaus Hansahaus 1904–1906, Neubau Hansahaus 1993–1997

Objektgröße: bis 1997 umgebaute Fläche ca. 6.000 m²

Ursprüngliche Nutzung: Der Vorgängerbau des heutigen Hansahauses wurde als Messehaus der Mustermesse genutzt. Neben den Ausstellungsflächen befanden sich mit Erfrischungsraum, Schreibzimmer, Leseraum und Friseur Servicereinrichtungen für die Messeteilnehmer im Gebäude. Nach Nutzungsunterbrechung durch Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg diente das Hansahaus von 1950 bis 1963 als Messehaus für die Buchbranche. Ab 1970 wurden die Räumlichkeiten für Verhandlungen des Ministeriums für Außenwirtschaft der DDR genutzt.

Heutige Nutzung: Geschäftshaus mit Büros und Geschäften des Einzelhandels

Bau- und Firmengeschichte: Von 1904 bis 1906 errichteten die Architekten Polster und Höhn aus einem Vorgängerbau das Messehaus Hansahaus. Ein großer steinerner Seefahrerkopf am Fassadengiebel gab ihm seinen Namen. 1909 erhielt das Gebäude eine Passagenverbindung zum Messehaus Specks Hof. 1928 wurde das Hansahaus durch einen Neubau auf einem Nachbargrundstück erweitert und erhielt gleichzeitig eine neue Fassade. In diesem Zuge verschwand auch sein plastischer Namensgeber. Das Messehaus wurde durch einen alliierten Bombenangriff auf Leipzig im Dezember 1943 beschädigt, das Vorderhaus brannte nieder, nur der Innenhof blieb erhalten, die Dachaufbauten wurden stark beschädigt. Nach notdürftiger Instandsetzung zog ab 1950 mit der Buchbranche wieder Messebetrieb in das Gebäude ein. Mit der Gebäuderekonstruktion 1958/59 erhielt das Hansahaus eine neue Fassade. 1981/82 erfolgte die Passagensanierung. Nach dem Gebäudeverkauf durch die Leipziger Messe 1992 wurde das Hansahaus abgerissen. In Zusammenhang mit dem Umbau von Specks Hof wurde in Anlehnung an die historische Tradition der Vorgängerbauten von 1993 bis 1997 ein neues Gebäude mit dem Namen Hansahaus errichtet. Der glasüberdachte Innenhof wurde als Kopie des vormaligen Zustands wiederhergestellt. Er ist gegenwärtig ein touristischer Anziehungspunkt des als Geschäftshaus genutzten Hansahauses.

Objektbeschreibung: Das Hansahaus besteht aus einem Untergeschoss, sechs Büroetagen und einer Passage im Erdgeschoss. Die Stahl-/Glaskonstruktion weisen es als transparenten Bau aus. Das mit Glasdach versehene mittlere Portal des Gebäudes führt in den mit einer Stahl-/Glaskonstruktion überdachten 600 m² großen, weiß-grün-gekachelten Lichthof. Steinerne Merkurköpfe weisen als Symbole des Handels über den im Jugendstil gestalteten Türen auf die Handelstradition hin. Im Zentrum des Hansahaus-Innenhofes, den eine Passage mit Specks Hof verbindet, befindet sich ein Klangbrunnen, der einer chinesischen Klangschale aus der Ming-Dynastie nachempfunden wurde.

Quellen/Literatur/Links:

Autor: Frauke Gränitz

Datum: 23.05.2018




Messehaus Handelshof

Titel des Objekts: Handelshof (ehemaliges Messehaus)

Adresse: Salzgäßchen 6, 04109 Leipzig

Stadtteil: Leipzig Mitte (Innenstadt)

Industriezweig/Branche/Kategorie:

ehemals: Handel/Messewesen, Gastronomie
Zwischennutzung: Kultur/Kunst
heute: Hotel/Gastronomie, Handel/Einzelhandel, Büro

Kurzcharakteristik: Der Handelshof wurde als funktionales Gebäude der Mustermesse errichtet. Er entstand als zweites Mustermessehaus Leipzigs. Von 1998 bis 2004 diente er als Interimsstätte für das „Museum der bildenden Künste zu Leipzig“. Gegenwärtig empfängt in ihm das Steigenberger Grandhotel Handelshof Leipzig seine Gäste, im Erdgeschoss befinden sich Geschäfte des Einzelhandels.

Datierung (Bauzeit): 1908–1909

Objektgröße: Grundfläche (Bauzeit): 4.368 m²

Ursprüngliche Nutzung: Der Handelshof wurde ab der Leipziger Herbstmesse 1909 als Funktionalgebäude für die Mustermesse genutzt. Auf einer Ausstellungsfläche von 9.000 m2 gingen Aussteller und Einkäufer ihren Messegeschäften nach. Ein Bereich oblag der gastronomischen Nutzung. Nach Nutzungsunterbrechung durch Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg diente er ab der Leipziger Frühjahrsmesse 1947 bis 1991 wieder Messezwecken, zu einem kleinen Teil gastronomischer Nutzung. Von April 1998 bis 2004 befand sich im Gebäude das Interimsquartier für das „Museum der bildenden Künste zu Leipzig“.

Heutige Nutzung: Hauptnutzung durch das Steigenberger Grandhotel Handelshof Leipzig mit 163 Zimmern, 13 Suiten, einer Präsidentensuite, Veranstaltungsräumen, einem Restaurant, einer Bar und einem SPA- & Wellnessbereich; Einzelhandel- und Büroflächen

Bau- und Firmengeschichte: In Vorbereitung des Handelshofbaus wurde 1907 der 350 Jahre alte sogenannte Burgkeller-Block abgebrochen. Dabei handelte es sich um ein vollständiges historisches Altstadtgeviert mit 13 Gebäuden. Dem folgte ab 1908 die Errichtung des zweiten Mustermessehauses der Stadt Leipzig nach Entwürfen der Architekten Georg Weidenbach und Richard Tschammer. Zur Herbstmesse 1909 wurde das Gebäude erstmals für Messezwecke genutzt und war mit 9.000 m² Ausstellungsfläche fortan der drittgrößte Messebau der Leipziger Innenstadt. Der Handelshof wurde durch die alliierten Bombenangriffe auf Leipzig 1943/44 zerstört. Das ausgebrannte Gebäude konnte nach provisorischer Instandsetzung zur Leipziger Frühjahrsmesse 1947 wieder für den Messebetrieb genutzt werden. Das Messehaus war hauptsächlich Ausstellungsort von Textilien und Haushaltsgeräten, nach dem Zweiten Weltkrieg kam Rundfunk- und Fernsehtechnik hinzu. Ab 1998 überließ die Leipziger Messe den Handelshof dem „Museum der bildenden Künste zu Leipzig“ als Interim. Diese Nutzung endete 2004 mit der Fertigstellung des Bildermuseums am Sachsenplatz. Es folgte im Sommer 2005 der Verkauf des Handelshofes durch die Leipziger Messe an ein Joint Venture aus der Leipziger Stadtbau AG und dem britischen Investor Patron Capital. Das Handelshof-Ensemble wurde von 2007 bis 2011 denkmalgerecht saniert. Nach Besitzerwechsel eröffnete 2011 unter Beibehaltung des einstigen Mustermessehausnamens das Steigenberger Grandhotel Handelshof Leipzig.

Objektbeschreibung: Der Handelshof ist ein fünfgeschossiger Gebäudekomplex mit zwei Innenhöfen. Er befindet sich in zentraler Lage der historischen Innenstadt Leipzigs und wird umschlossen vom Salzgäßchen, der Reichsstraße, der Grimmaischen Straße und dem Naschmarkt. In unmittelbarer Nähe befinden sich das Alte Rathaus, der Leipziger Markt und die Alte Handelsbörse. Das in Stahlbetonbauweise errichtete Gebäude zählt zu den richtungsweisenden Bauwerken seiner Zeit. Plastischer Schmuck, Vor- und Rücklagen gliedern die Straßenfassaden des Handelshofs. Mehrgeschossige Runderker erinnern an die Leipziger Renaissancetradition.

Quellen/Literatur/Links:

Autor: Frauke Gränitz

Datum: 23.05.2018




Alte Messe

Titel des Objekts: Alte Messe Leipzig / Technische Messe Leipzig

Adresse: Deutscher Platz 4, 04103 Leipzig

Stadtteil: Zentrum-Südost

Industriezweig/Branche/Kategorie: Messe, Technik, Wirtschaft, Verbraucher

Kurzcharakteristik: Auf Grund von fehlenden Präsentationsmöglichkeiten in den Messehäusern in der Innenstadt, begann ab 1913 die Verlagerung der technischen Güter auf das Areal der heutigen „Alten Messe Leipzig“. Begonnen 1913 mit der IBA, ging es 1920 mit den technischen Fachmessen richtig los. 1996 schloss das Messegelände, da die Neue Messe im Norden der Stadt in Betrieb ging. Für das technische Messegelände wurden neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnet. Laut der Betreibergesellschaft ist die Alte Messe ein 5-Sterne-Standort.

Datierung: 1913 / 1920

Objektgröße: ca. 800.000 m²

Ursprüngliche Nutzung: Fachmesse für technische Güter

Heutige Nutzung: Nutzung in den Bereichen Wissenschaft / Biotechnologie / Gesundheit, Entertainment / Sport / Kultur / Gastronomie sowie Handel und Automeile

Bau- und Firmengeschichte: Industrielle Leistungsschauen breiteten sich im 19. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum aus. Zunächst fanden in Leipzig kleinere Veranstaltungen statt, bis sie 1850 Gastgeber der dritten deutschen „Industrie- und Gewerbeausstellung“ wurde. 1890 eröffnete die Dauernde Gewerbeausstellung. 1897 fand im König-Albert-Park (heute Clara-Zetkin-Park) die „Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung“ statt, die 3.027 Aussteller anzog. Mit der Zeit wurden die Ausstellungen zu Fachausstellungen und führten 1918 zur Gründung der „Technischen Messe Leipzig GmbH“. Sie fanden in den Messehäusern der Altstadt statt, bis gar nichts mehr ging, und 1920 ein Umzug auf das Gelände der 1913 eröffneten Internationalen Baufach-Ausstellung (IBA) erfolgte. Nunmehr präsentierten sich Aussteller und ihre Produkte auf dem Technischen Messegelände. Hier fanden 1913 die IBA und 1914 kurzeitig die BUGRA (Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik) statt. 1920 nun auch die Baumesse. Durch die wirtschaftliche Entwicklung entstanden 1920 bis 1928 rund 17 Hallen mit insgesamt 130.000 m² Ausstellungsfläche. 1930 folgte die IPA (Internationale Pelzfach-Ausstellung) mit einer Jagdausstellung. Im Zweiten Weltkrieg wurden einige Hallen für Rüstungsproduktionen genutzt. Zerstört wurden durch einen Bombenangriff 1943 vier Hallen komplett und teilweise 14 Hallen.
1946 fand dann die erste „Leipziger Friedensmesse“ statt. In den folgenden Jahrzehnten wurden bestehende Hallen umgebaut und neue errichtet. So beispielsweise das 1923/1924 errichtete „Achilleion“, das 1950 zum Sowjetischen Pavillon wurde, und 1980 die Messehalle 7. Drei große Messe-M’s, das sogenannte Doppel-M, dominierten die Zugänge auf das Messegelände, so das Osttor am Deutschen Platz, das Nordtor an der Prager Straße und das Südtor an der Richard-Lehmann-Straße. Heute ist nur noch jenes an der Prager Straße erhalten. Bis 1991 fanden Messen statt, wie die „Leipziger Frühjahrsmesse“ und die „Leipziger Herbstmesse“, die 1991 durch die Fachmessen ersetzt wurden. Dank Gleisanschlüssen konnten auch Schienenfahrzeuge ausgestellt werden, darunter der Straßenbahn-Einheitszug „LOWA“, der in den 1950er Jahren Beschriftungen für die Deutsch-Sowjetische Freundschaft und den Fünf-Jahr-Plan erhielt. Bis 1996 erfolgten noch wenige Fachmessen auf dem Gelände, bis sie auf das Gelände der Neuen Messe umzogen. In den alten Hallen hatte zum Beispiel 1994 die „denkmal“ ihre Premiere, eine Fachmesse für Restaurierung, Denkmalpflege und Altbausanierung.
Die Fachmessen finden nun auf der Neuen Messe statt, die in fünf Messehallen insgesamt 102.500 m² Ausstellungsfläche bietet, dazu 70.000 m² auf dem Freigelände. Die Alte Messe stand nun leer. Provisorien und einige Hallen wurden abgerissen oder umgebaut. Ziel war es nun, die ehemalige Technische Messe in ein neues Stadtquartier mit Gewerbe und Wohnen zu entwickeln, und es in vier Nutzungsschwerpunkten zu unterteilen: Wissenschaft/Biotechnologie/Gesundheit, Entertainment / Sport / Kultur / Gastronomie, Handel und Automeile. Damit erhielten die Straßen auch erstmals Namen, die an Persönlichkeiten der Leipziger Messen erinnern. So eröffneten unter anderem die BIO CITY LEIPZIG (unter anderem das Max-Planck-Institut und Fraunhofer Institut) am Osttor, zehn Fußballfelder in Halle 7 (Soccerworld), im Pantheon/Halle 16 der Volks- bzw. Eventpalast, in Halle 11 ein HIT-Supermarkt und auf der Fläche der Hallen 1-6 ein Porta- und Möbel Boss-Haus mit einem Parkhaus. Im Sowjetischen Pavillon zieht Ende 2018 das Leipziger Stadtarchiv ein. In Halle 12 selbst werden seit Jahren die Buden für den Weihnachtsmarkt beheimatet. An der Richard-Lehmann-Straße befindet sich die Automeile mit Marken wie Audi, BMW, Honda und Volkswagen. Die Straße des 18. Oktober ist die Hauptstraße der Alten Messe, die sich zwischen dem Bayerischen Bahnhof im Norden und dem Völkerschlachtdenkmal im Süden befindet. Noch hindert der ehemalige Verwaltungsbau (Nummer 7.11) den ungestörten Blick vom Neuen Rathaus und dem Völkerschlachtdenkmal. Ebenso sind noch nicht alle Hallen vermietet oder verkauft und Freiflächen sind unbebaut. Die BIO CITY möchte sich weiter vergrößern, ebenso die Deutsche Nationalbibliothek. Eine Kindertagesstätte war jahrelang geplant und wird zurzeit mit einer Förderschule am Deutschen Platz errichtet. 2013 konnte „100 Jahre Alte Messe“ gefeiert werden. Das Messegelände ist hervorragend mit dem öffentlichen Personennahverkehr erreichbar. Zahlreiche Parkplätze stehen zur Verfügung. Doch mit dem Abriss der Messehallen 1-6 verschwand auch ein weiteres Stück der ehemaligen „Technischen Messe Leipzig“. Wie die Zukunft des einstigen Messegeländes aussieht, weiß nur die LEVG (Leipziger Entwicklungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH, eine Tochter der Stadt Leipzig), die die Alte Messe vermarktet und entwickelt.

Objektbeschreibung: Die ehemalige Technische Messe bzw. heute Alte Messe ist umschlossen von der Semmelweisstraße, Prager Straße, dem Wilhelm-Külz-Park bzw. einer S-Bahnstrecke und der ehemaligen Eisenbahnstrecke Leipzig-Altenburg. Durch das Messegelände führt die von Süden verlängerte Zwickauer Straße. Von den Messehallen bzw. Ausstellungsgebäuden sind nur noch zehn Objekte vorhanden, die sich architektonisch unterscheiden. Das markante Doppel-M befindet sich am Nordtor (Prager Straße) und begrüßt seine Besucher.

Quellen/Literatur/Links:

Autor: Dave Tarassow

Datum: 22.02.2018

Abbildungen: Dave Tarassow, 03.06.2011




Alte Messe Halle 17

Titel des Objekts: Alte Messe Halle 17

Adresse: Puschstraße 9, 04103 Leipzig

Stadtteil: Zentrum-Südost

Industriezweig/Branche/Kategorie: Messe, Technik, Wirtschaft, Verbraucher

Kurzcharakteristik: Die in den 1920er Jahre errichtete ehemalige Messehalle 17 war für die „Technische Messe Leipzig“ die erste errichtete Messehalle. Ein besonderes Augenmerk ist, dass sie auch aus Bauteilen ehemaliger Flugzeughallen zusammengesetzt wurde. Heute steht sie leer. Vielleicht ist ein Baumarkt die Zukunft für die Halle 17.

Datierung: 1921

Objektgröße: ca. 10.500 m²

Ursprüngliche Nutzung: Ausstellungshalle für Büromaschinen, Zulieferer und Petrochemie

Heutige Nutzung: Leerstand

Bau- und Firmengeschichte: Errichtet wurde die Messehalle 17 in den Jahren 1920 bis 1921 und war zur Inbetriebnahme der Technischen Messe die erste Messehalle, die für die „Technische Messe Leipzig“ konzipiert und gebaut wurde. Ausgebildet ist sie als eine fünfschiffige Halle, wovon das Mittelschiff aus drei ehemaligen Flugzeughallen aus dem Ersten Weltkrieg entstand. Im Jahr 1937 und 1938 kam an der heutigen Ottostraße ein Säulenportal hinzu, dass mit der Hallenbreite von 128 Metern mit zwölf Pfeilern ausgebildet wurde. Es sollte als Eingangsportal dienen, mit einem großen Platz, der aber nicht verwirklicht wurde. Während eines Bombenangriffs am 4. Dezember 1943 wurde die Halle teils zerstört und schrittweise 1944, 1948 und 1951 wiederaufgebaut. Als Ausstellungshalle diente sie unter anderem für Büromaschinen, Zulieferer, Nutzfahrzeuge.
Nach dem Umzug auf die Neue Messe 1996 gab es keine Nutzungsmöglichkeiten für die ehemalige Messehalle – bis heute. 2016 war sie für ein knappes Jahr eine Flüchtlingsunterkunft. Den letzten Plänen zufolge, möchte die Leipziger Entwicklungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH (LEVG), die die „Alte Messe Leipzig“ entwickelt und vermarktet, einen Baumarkt ansiedeln. Dafür würde sich die Halle 17 ganz gut machen, die jedoch komplett erhalten bleiben soll. Ein Favorit sei Hornbach, der bereits nahe des Krankenhauses St. Georg einen Bau- und Gartenmarkt unterhält. Auf der vorhandenen Freifläche an der Puschstraße käme dann wohl ein großer Parkplatz.

Objektbeschreibung: Die ehemalige Messehalle 17 befindet sich zwischen der Ottostraße mit der BMW- und Honda-Niederlassung und der Puschstraße mit dem ehemaligen Hallen 15, 14 und 16. Die leerstehende, weiß verkleidete Halle macht seit Jahren einen tristen Eindruck und umliegende Flächen sind mit Wildwuchs bewachsen. Jedoch bleibt sie ein herausragendes Industriebaudenkmal der 1920er Jahre.

Quellen/Literatur/Links:

Autor: Dave Tarassow

Datum: 26.02.2018

Abbildungen: Dave Tarassow, 03.06.2011




Alte Messe Halle 16

Titel des Objekts: Alte Messe Halle 16 „PANTHEON“

Adresse: Puschstraße 10, 04103 Leipzig

Stadtteil: Zentrum-Südost

Industriezweig/Branche/Kategorie: Messe, Technik, Wirtschaft, Verbraucher

Kurzcharakteristik: Die heute als Volks- und Eventpalast bekannte ehemalige Messehalle trägt die Nummer 16 und wurde zur IBA 1913 errichtet. Sie ist heute die älteste erhaltene Messehalle auf dem alten Messegelände. Der Kuppelbau erinnert an das antike Pantheon, an dem sich der Architekt wohl orientierte.

Datierung: 1913

Objektgröße: Kuppelhalle ca. 3.800 m²; angrenzende Hallen ca. 7.200 m²

Ursprüngliche Nutzung: Ausstellungshalle für die „Internationale Baufach-Ausstellung“ (IBA)

Heutige Nutzung: Eventlocation „Volkspalast/Eventpalast“

Bau- und Firmengeschichte: Eines der herausragenden Gebäude auf der Technischen Messe ist die Messehalle 16, die auch Kreis’scher Bau genannt wird. Sein Architekt war Wilhelm Kreis. Beteiligt an dem Bau waren zwei Leipziger Baubetonunternehmen – Kell & Löser und Rudolf Wolle. Die Bauzeit wurde in unglaublichen viereinhalb Monaten geleistet, trotz mehrfacher Unterbrechungen. Die mächtige Kuppelhalle hat einen Durchmesser von 45 Metern, dessen Kuppel eine Spannweite von 32 Metern besitzt. Seitlich schließen sich zwei Flügel an, die jeweils 40 Meter lang und 24 Meter tief sind. Die Kuppelhalle begrüßt ihre Besucher mit einen von Säulen tragenden Vorbau und einer Freitreppe. Ursprünglich sollte dieses Bauwerk der BUGRA (Buch- und Graphikmesse) dienen, da sie von dortigen Leuten angedacht wurde und als massives Haus für die Leihgegenstände dienen sollte. Doch die BUGRA fand erst 1914 statt – die IBA (Internationale Baufach-Ausstellung) schon 1913. Zur IBA fand im südlichen Flügel eine Ausstellung zur Wissenschaft und Kunst statt und im nördlichen Flügel eine Ausstellung der Stadt Leipzig zum Leipziger Bauwesen. Neben der Kuppelhalle wurde ein weiterer Flügel errichtet, in der der Verein „Leipziger Jahres-Ausstellung“ 450 Gemälde und 50 Plastiken zeigte. Bis Ende 1970er Jahre blieb die Halle 16 der Baumesse treu. Danach gab es auch Nutzungen der Holzbearbeitung, internationale Kollektivausstellungen und Einrichtungen der Messedienstleistungen. Mit Umzug der Technischen Messe auf die Neue Messe 1996 etablierte sich hier eine Eventlocation.

Objektbeschreibung: Die ehemalige Halle 16 befindet sich an der Puschstraße, mit den ehemaligen Hallen 15, 14 und 13 in Nachbarschaft. Bereits vom Doppel-M an der Prager Straße ist dieser ehrwürdige Bau zu sehen, dessen Kuppel einen größeren Durchmesser als der Petersdom hat.

Quellen/Literatur/Links:

Sonderausgabe Leipziger Blätter, „100 Jahre Alte Messe“, 2013

Alte Messe Leipzig-Historie, www.alte-messe-leipzig.de

Autor: Dave Tarassow

Datum: 26.02.2018

Abbildungen: Dave Tarassow, 03.06.2011




Alte Messe Halle 14

Titel des Objekts: Alte Messe Halle 14

Adresse: Puschstraße 9, 04103 Leipzig

Stadtteil: Zentrum-Südost

Industriezweig/Branche/Kategorie: Messe, Technik, Wirtschaft, Verbraucher

Kurzcharakteristik: In der ehemaligen Halle 14 befindet sich seit 2008 der „Pavillon der Hoffnung“, der neben drei Gemeinden auch eine christliche Grundschule beherbergt. Der Pavillon ist ein angesehenes Kulturzentrum in Leipzig.

Datierung: 1985

Objektgröße: ca. 3.500 m²

Ursprüngliche Nutzung:

Heutige Nutzung: Christliches Gemeinde- und Kulturzentrum

Bau- und Firmengeschichte: Die Messehalle 14 wurde im Jahr 1985 vom und für den „VEB Carl Zeiss Jena“ als Messehaus errichtet. Bereits 1958 gab es dazu Planungen. Den Bau errichtete eine Krakauer Baufirma, da der VEB sehr gute Außenhandelskontakte besaß und so die knappen Baustoffe der DDR umgehen konnte. Dadurch wurde das Messehaus mit hochwertigen Materialen ausgebildet. Vorhanden ist eine Halle von 34 mal 35 Metern Größe, darüber befinden sich mehrere Räume, die für unterschiedliche Messen genutzt werden konnte. Nachdem die Technische Messe 1996 schloss, erhielt das Gebäude verschiedene Nutzungen. Beispielsweise diente die Halle von 1998 bis 2001 als Studio für die ARD-Krankenhausserie „In aller Freundschaft“. Der 2000 gegründete Verein „Pavillon der Hoffnung in Leipzig e.V.“ erwarb 2008 die ehemalige Messehalle 14, nachdem sie bereits in den Jahren zuvor einige Räume angemietet hat. Der Verein ist ein ökumenisches Zentrum und neben ihm befinden sich weitere Institutionen im Haus, darunter die christliche August-Hermann-Francke-Grundschule, und drei Gemeinden.

Objektbeschreibung: Angrenzend von der ehemaligen Halle 15, dem Bundesbankgebäude, der Straße Alte Messe (mit Halle 13) und der Puschstraße (mit Halle 16) ist der DDR-Bau nicht zu übersehen, insbesondere, weil seit einigen Jahren am eckigen Vorbau eine bunte Bemalung prangt.

Quellen/Literatur/Links:

Autor: Dave Tarassow

Datum: 26.02.2018

Abbildungen: Dave Tarassow, 03.06.2011




Alte Messe Sowjetischer Pavillon

Titel des Objekts: Sowjetischer Pavillon und Halle 12

Adresse: Straße des 18. Oktober 44, 04103 Leipzig

Stadtteil: Zentrum-Südost

Industriezweig/Branche/Kategorie: Messe, Technik, Wirtschaft, Verbraucher

Kurzcharakteristik: Seit 1952 erhebt sich auf der heute ehemaligen Technischen Messe der „Sowjetische Pavillon“, der als Startpunkt für die Messerundgänge der Staats- und Parteiführung diente. Mit goldener Spitze und rotem Stern ist er weithin sichtbar. Dem schließt sich die ehemalige Messehalle 12 für Werkzeugmaschinenbau an.

Datierung: 1924

Objektgröße: Pavillon ca. 5.300 m² / Halle 12 ca. 11.300 m²

Ursprüngliche Nutzung: Großsporthalle, Messehalle für Werkzeugmaschinen und Portikus als Sowjetischer Messepavillon

Heutige Nutzung: Leipziger Stadtarchiv

Bau- und Firmengeschichte: Die heutige Halle 12 auf dem Gelände der ehemaligen Technischen Messe Leipzig wurde in den Jahren 1923 bis 1924 nach Plänen von Oskar Pusch und Carl Krämer errichtet. In den 1920er Jahren wurden in vielen Städten neue Sportstätten gebaut und auch Leipzig wünschte sich eine Halle, jedoch hatte die Stadt kein Geld. Der Inhaber der Messehalle, der „Verband der Werkzeugmaschinen“ erklärte sich bereit, sie in den Wintermonaten als Sporthalle zur Verfügung zu stellen. Der „Verein Sportplatz Leipzig“ übernahm die Kosten für die Innenraumumgestaltung. Da die Halle mit den Stadien nicht mithalten konnte, bekam sie durch die beiden ausführenden Architekten einen Portikus an die Ostseite. So konnte die neue Sporthalle am 8. Oktober 1927 mit 8000 Plätzen unter den Namen „Achilleion“ eröffnet werden. Sie blieb lange Zeit die einzige Großsporthalle in Leipzig. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Sporthalle stark zerstört. Ein Jahr nach Kriegsende fand die erste Messe wieder statt. 1950 bis 1952 wurden Fassade und Innenraum des Portikus‘ nach dem Vorbild Moskauer Bauten aus den 1930er Jahren umgebaut und er erhielt eine goldene Spitze mit rotem Sowjetstern. Das Achilleion wurde 1950 als „Sowjetischer Pavillon“ wiedereröffnet. Er diente nun als Startpunkt für die Messerundgänge der Staats- und Parteiführung. Im Pavillon befanden sich nur Verwaltungs- und Repräsentationsräume der Messe- und Ausstellungs-AG und die Halle 12 diente als Ausstellungshalle für die Maschinenbauindustrie.
Seit dem Umzug der Leipziger Messe 1996 auf das neue Messegelände, stand der Sowjetische Pavillon lange Zeit leer. Er wird sehr gern für Besucher geöffnet, Ausstellungen und Shootings finden statt. Doch ein neuer Eigentümer ließ sich nicht so leicht finden. Die Landesbank Berlin hatte Interesse und wollte ein IMAX-Kino einbauen, ebenso die benachbarte BIO-CITY mit Erhaltung des Pavillons und einem Teil- bzw. Komplettabriss der Halle 12. Auch die Stiftung Deutsches Holocaust-Museum war am Pavillon interessiert, die ein nationales Dokumentations- und Informationszentrum über die Zeit und die Verbrechen des Nationalsozialismus einrichten wollten. Oder ein angeblich reicher Russe, der hier ein Eishockey-Stadion mit eigener Mannschaft etablieren wollte. Aber nichts von dem ist passiert. Im Sommer 2014 beschloss der Leipziger Stadtrat, dass das Leipziger Stadtarchiv in den Pavillon ziehen wird. Beim Abriss der ehemaligen Ruhmeshalle, in der eine überlebensgroße Stalin-Staue stand, wurden hinter Verkleidungen zwei große Mosaiken entdeckt, die Sehenswürdigkeiten aus Moskau zeigen. Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurden zwei restaurierte Ausschnitte auf der Fachmesse „denkmal“ im Jahr 2016 – sie werden aber zurück nach Moskau gehen. In den oberen Räumen befindet sich ein großes Wandbild aus dem Jahr 2008, das Stalin, Putin & Co. zeigt. Über der Ruhmeshalle befand sich ein hölzerner Dachstuhl. Das neue Stadtarchiv soll Ende 2018 neueröffnet werden. In der angrenzenden Halle 12 werden die Weihnachtsmarktbuden untergestellt. Künftig ist es hier geplant, Depots für die städtischen Museen einzurichten. In direkter Nachbarschaft befindet sich auch die Deutsche Nationalbibliothek.

Objektbeschreibung: Der Sowjetische Pavillon befindet sich an der Straße des 18. Oktober, gegenüber der ehemaligen Messehalle 7 (Soccerworld). Die Halle 12 steht an der Perlick- und Puschstraße und gegenüber der ehemaligen Messehalle 11 (HIT-Markt). Der Pavillon ist mit goldener Spitze und rotem Stern von weitem sichtbar und glänzt noch heute in der Sonne. Bei der Halle 12 dagegen gibt es eingeschlagene Fenster und abfallenden Putz. An der Perlickstraße liegen zudem seit Jahren UdSSR-Buchstaben, die einst auf dem Dach montiert waren.

Quellen/Literatur/Links:

Autor: Dave Tarassow

Datum: 25.02.2018

Abbildungen: Dave Tarassow, 13.12.2014




Alte Messe Halle 7.11

Titel des Objekts: Alte Messe Halle 7.11 / Verwaltungsgebäude

Adresse: Deutscher Platz 4, 04103 Leipzig

Stadtteil: Zentrum-Südost

Industriezweig/Branche/Kategorie: Messe, Technik, Wirtschaft, Verbraucher

Kurzcharakteristik: Am Deutschen Platz befindet sich das ehemalige Verwaltungsgebäude, das unter anderem vom Leipziger Messamt genutzt wurde. Auch die Deutsche Post und die Stasi waren in dem Gebäude untergebracht. Heute nutzen es verschiedene Mieter.

Datierung: 1981

Objektgröße: ca. 5.600 m²

Ursprüngliche Nutzung: Verwaltungsgebäude des Leipziger Messamtes

Heutige Nutzung: Räume für unterschiedliche Mieter, Sitz der LEVG

Bau- und Firmengeschichte: In klassischer DDR-Bauweise wurde im Jahr 1981 am Deutschen Platz, am Westtor der Technischen Messe (geografisch nördlich) ein Verwaltungsgebäude (7.11) für das Leipziger Messamt errichtet. Genutzt wurden die Räumlichkeiten vom Messe-Vortragsprogramm und dem Informationsdienst, der Messeverwaltung und ihrem Außenhandel, vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS), der Deutschen Post mit Telefonzentrale und den Leipziger Verkehrsbetrieben, die östlich eine Wendeschleife für die Omnibusse und Straßenbahnen besaß, die auch heute noch besteht. Vorhanden war auch erstmals ein Shuttleverkehr zum Hubschrauberlandeplatz. Das Haus besitzt zwei Hausdurchfahrten.
Seit dem Umzug auf die Neue Messe 1996 stehen die Räume unterschiedlichen Nutzern zur Verfügung. Von Vereinen über Firmen hinzu Proberäumen für Bands. Genannt seien beispielsweise Inspirata und der PC-Laden Winner Computer. Auch die LEVG (Leipziger Entwicklungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH, Tochter der Stadt Leipzig), die die heutige „Alte Messe Leipzig“ entwickelt und vermarktet, hat hier ihren Sitz. Um einen freien Blick im Zuge der Straße des 18. Oktober zwischen Neuem Rathaus und Völkerschlachtdenkmal zu haben, soll der Bau abgerissen werden, der seit der Erbauungszeit diese Blickbeziehung stört. Da der ehemalige Messebau aber sehr gut vermietet ist, sieht man davon bis 2020 ab.

Objektbeschreibung: Der Messebau mit der Nummer 7.11 befindet sich am Deutschen Platz in direkter Nachbarschaft zu den Hallen 7 und 12, dem Sowjetischen Pavillon, der Straße des 18. Oktober und der BIO-City.

Quellen/Literatur/Links:

Autor: Dave Tarassow

Datum: 26.02.2018

Abbildungen: Dave Tarassow, 30.05.2011